Einkommensbesteuerung allgemein

Die deutsche Einkommensteuer ermittelt sich - vereinfacht ausgedrückt - durch die Anwendung eines individuellen Steuersatzes auf das sog. zu versteuernde Einkommen. Das zu versteuernde Einkommen ist das Ergebnis mehrerer Berechnungsschritte: zunächst werden die relevanten Einkünfte ermittelt. Von deren Summe werden anschließend bestimmte Kosten und Freibeträge abgezogen. Einen näheren Einblick in das Berechnungsschema der deutschen Einkommensteuer geben die folgenden Fragen und Antworten.

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Steuererklärungsvordrucke

Welche Einnahmen unterliegen der deutschen Einkommensbesteuerung?
Welche Ausgaben kann ich von der Steuer absetzen?
Ab wann muss ich Steuern zahlen, wie hoch ist der Grundfreibetrag?
Wie hoch ist die zu zahlende Einkommensteuer?
Werden neben der Einkommensteuer weitere Steuern auf das Einkommen erhoben?

 

Welche Einnahmen unterliegen der deutschen Einkommensbesteuerung?

Das deutsche Einkommensteuergesetz kennt sieben Einkunftsarten:

1. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
2. Einkünfte aus Gewerbebetrieb
3. Einkünfte aus selbständiger Arbeit
4. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
5. Einkünfte aus Kapitalvermögen
6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
7. Sonstige Einkünfte wie Leibrenten, Spekulationsgewinne

Einnahmen, die nicht unter die genannten Einkunftsarten fallen (z.B. Lottogewinne), sind nicht zu versteuern.

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Welche Ausgaben kann ich von der Steuer absetzen?

Von Ihren steuerpflichtigen Einnahmen können Sie zunächst alle Aufwendungen abziehen, die Ihnen im Zusammenhang mit der Erzielung dieser Einnahmen entstanden sind (sog. Werbungskosten oder Betriebsausgaben). Im Falle von Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit können dies z.B. Bewerbungskosten, Reise- und Umzugskosten, die Pauschale für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte oder Kosten einer doppelten Haushaltsführung sein.

Daneben sind bestimmte privat veranlasste Kosten abzugsfähig.
Zu den Sonderausgaben gehören z.B. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und zu anderen privaten Versicherungen, Kinderbetreuungskosten, Schulgelder, Spenden an gemeinnützige Einrichtungen, die gezahlte Kirchensteuer, Unterhaltsleistungen an den geschiedenen Ehegatten u.a.

Zu den außergewöhnlichen Belastungen gehören alle größeren Aufwendungen, die Ihnen aus einem außergewöhnlichen Grund entstanden sind und denen Sie sich aus rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen nicht entziehen konnten (z.B. selbst getragene Krankheitskosten).

Daneben können Unterhaltsaufwendungen an unterhaltsberechtigte Personen und Berufsausbildungskosten für Kinder abzugsfähig sein.
Behinderte Menschen erhalten für ihren behinderungsbedingten Mehraufwand eine Steuerermäßigung entweder durch die steuermindernde Berücksichtigung von Pauschbeträgen oder – bei Nachweis – der tatsächlichen Kosten.

Daneben werden Steuerermäßigungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Dienstleistungen sowie für Handwerkerleistungen gewährt.

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Ab wann muss ich Steuern zahlen, wie hoch ist der Grundfreibetrag?

Ledige müssen ab einem zu versteuernden Einkommen (steuerpflichtige Einnahmen abzüglich aller in Frage kommenden Ausgaben und Freibeträge) von 9.000 Euro (2018) bzw. 9.168 Euro (2019) Einkommensteuer zahlen. Für Verheiratete, die die Zusammenveranlagung gewählt haben, verdoppeln sich die genannten Beträge.

Sie können mit den interaktiven Abgabenrechnern des Bundesministeriums der Finanzen Ihre Einkommensteuer selbst berechnen.

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Wie hoch ist die zu zahlende Einkommensteuer?

Der Eingangssteuersatz liegt bei 14 % und steigt zunächst progressiv bis auf 42 % bei einem zu versteuernden Einkommen von 55.961 Euro / 111.922 Euro (Ledige / Verheiratete bzw. Lebenspartner, für den Veranlagungszeitraum 2019). Ab einem zu versteuernden Einkommen von 265.327 Euro / 530.652 Euro (Ledige / Verheiratete bzw. Lebenspartner, für den Veranlagungszeitraum 2019) beträgt der Steuersatz 45 % . Hierbei handelt es sich um so genannte Grenzsteuersätze.

Gesonderter Steuertarif für Einkünfte aus Kapitalvermögen ab dem 1. Januar 2009:
Im Privatvermögen werden alle Einkünfte aus Kapitalvermögen, wie beispielsweise Dividenden und Zinsen, aber auch Veräußerungsgewinne bei Wertpapieren und Termingeschäften pauschal mit 25 % (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) besteuert. Ein Abzug tatsächlicher Aufwendungen als Werbungskosten ist aber hier nicht zulässig, nur der Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 Euro (Alleinstehende) bzw. 1.602 Euro bei Zusammenveranlagung kann abgezogen werden.

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Werden neben der Einkommensteuer weitere Steuern auf das Einkommen erhoben?

Neben der Einkommensteuer können noch ein Solidaritätszuschlag und - bei Zugehörigkeit zu einer steuererhebenden Kirche - auch Kirchensteuer anfallen. Der Solidaritätszuschlag entsteht grundsätzlich i.H.v. 5,5 %, die Kirchensteuer i.H.v. 9 % der festgesetzten Einkommensteuer.

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